Mehr als 6.400 Unterschriften – jetzt sollen sogar 5 Jugendtreffs geschlossen werden


Am kommenden Montag werden Vertreter der Jugendarbeit in Leipzig die Online-Petition gegen die Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit offiziell an den Petitionsausschuss übergeben. Über 6.400 Menschen haben sich dort in den vergangenen vier Wochen für eine angemessene Finanzierung der Bildungs- und Präventionsprojekte ausgesprochen und gegen die geplante Schließungen von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit gestimmt. Mittlerweile gibt es Gerüchte, dass die Verwaltung einen neuen Fördervorschlag vorgelegt hat: Neben dem Jugendclub Mölkau, dem Kinder- und Jugendtreff in der VILLA und dem KuJuWe in Grünau sollen jetzt auch die Halle 5 auf dem Gelände der Kulturwerkstatt in Connewitz sowie der Treff „Tante Hedwig“ in der Nähe der Eisenbahnstraße geschlossen werden. Gegen diese massiven Schließpläne der Verwaltung laufen die Jugendverbände seit Monaten Sturm. Bei einer Demonstration vor der letzten Stadtratssitzung hatten ca. 300 Leipziger lautstark eine Rücknahme der Schließungen gefordert.

Ebenfalls am Montag kommt auch der Jugendhilfeausschuss zusammen. Ein Thema: Weiter massiv steigende Kosten bei den wirklichen Problemfällen. Über 48 Mio. Euro muss Leipzig für die gesetzlich vorgeschriebenen individuelle Krisenhilfe bezahlen. Dieser Betrag ist im Vergleich mit anderen Städten sehr hoch. Die Jugendverbände führen das auch auf eine seit Jahren falsche Prioritätensetzung zurück. Für Jugendeinrichtungen und andere präventive Angebote werden nur 9 Mio. bereitgestellt. Dieser Betrag ist im Vergleich zu anderen vergleichbaren Städten wie Dresden oder Düsseldorf sehr gering.

Darauf will bei der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch eine Vertreterin des Arbeitskreises Offene Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen einer Einwohneranfrage hinweisen. Hierbei werden die Fraktionen auch aufgefordert, sich zu den geplanten Kürzungen und der damit immer fraglicher werdenden Umsetzung des von den Stadträten beschlossenen Fachplans Kinder- und Jugendhilfen zu äußern.